Bombenanschläge in Thailand Hua Hin – wie ist die Situation

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Ich hatte ja gestern bereits in einem Beitrag über Golfer Reiseziele im Winter geschrieben. Da auch ich Bekannte in der Golf Tourismus Branche in Hua Hin in Thailand habe, würde ich Euch gerne auch in diesem Blog auf dem Laufenden halten. Ich finde es wichtig, dass man auch von den Menschen Vor Ort eine Einschätzung der Situation bekommt. Frank, der die Internetseite KeeptheMoment.de betreibt und Golfreisen in der Region Hua Hin anbietet, hat mir einen Beitrag geschickt. Dafür und für die Bilder möchte ich ihm danken und solltet Ihr verunsicht sein was Thailand betrifft, dann leite ich Eure Fragen gerne an Ihm weiter!

Wie weltweit berichtet, sind in der Nacht zum 12.08. und am Morgen danach mehrere Bomben explodiert, bei denen es wohl zwei Tote und mehrere Verletzte gab. Meine Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen, die meiner Meinung nach viel zu schnell in Vergessenheit geraten. Der Schock sitzt tief, die Attentäter haben mit ihren Anschlägen Hua Hin’s Einwohner mitten ins Mark getroffen. Ein Anschlag in der Sommerresidenz des Königs galt bisher als unwahrscheinlich, da trotz allen Unstimmigkeiten der unterschiedlichen Gruppierungen, der Respekt zum König sie einte.
Eigentlich haben sich alle Thailänder auf ein verlängertes Wochenende gefreut. Der 12.08. der ein nationaler Feiertag ist, sollte ausgelassen mit dem 84. Geburtstag der Königin Sirikit gefeiert werden. Leider bestimmten stattdessen Straßensperren, Polizeikontrollen und eine leergefegte Innenstadt das Straßenbild von Hua Hin.

Erst am späten Nachmittag, verließ ich mit meiner Freundin und ihrer Tochter das Haus. Die Gar-Küchen in den Außenbezirken waren viel belebter als sonst. Und man konnte keine offensichtliche Betroffenheit spüren, was sicherlich auch auf den Glauben in den Buddhismus zurückzuführen ist. Das Leben geht weiter, wobei es sich kurzfristig auf viele Geschäftszweige und Menschen in der Stadt auswirken wird.  Ich hoffe und denke, dass bald das positive in diesem schönen Land überwiegen wird, denn das haben diese unbekümmerten und durchweg lebensfrohen Menschen nicht verdient, in keinem Land.

Gruß Frank aus Hua Hin

Egal wo in der Welt so etwas passiert, es ist einfach nur schrecklich und ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich denke immer öfter nach: „Wann trifft es mich, Familie oder Freunde?“ Eine Reaktion ist natürlich sich in sein „Schneckenhaus“ zurückzuziehen oder die Augen zu verschließen. Ich selbst stehe auf dem Standpunkt, man sollte, auch wenn man nicht direkt betroffen ist, niemals die Augen verschließen. Mein „Sprachrohr“ ist ist natürlich auch dieser Blog und ich werde diese Themen nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Frank wird mich über die Entwicklung auf dem Laufenden halten und ich werde das hier veröffentlichen.

Aber es gibt auch noch einen Gesichtspunkt, den man betrachten sollte. Über Frank habe ich noch eine weitere Stimme direkt aus dem San Paulo Hospital erhalten. Auch diese möchte ich Euch hier mit der Genehmigung des Urhebers hier veröffentlichen.

Liebe Patienten,
gottseidank/buddhaseidank kommt ein Hospital nicht oft zu solchen Einsätzen. Der Schock steckt uns allen noch in den Gliedern. Ich möchte sie informieren, wie wir im San Paulo Hospital dieses schreckliche Ereignis erlebt haben:

Es kam am späten Abend des 11.08.2016 gegen 23.00 h zu 2 Bombenanschlägen mitten in Hua Hin an der Soi Bintabaht in der Nähe des Hilton Hotels. Bei der Bergung und Rettung waren 2 Teams vom San Paulo Hospital mit Ambulanzfahrzeugen beteiligt. Unser Krankenhaus behandelt zur Zeit 8 Verletzte. In der Nacht haben wir notfallmässig 3 Opfer operiert (Splitterentfernungen). 1 niederländische Patientin wurde danach auf der Intensivstation noch nachbehandelt konnte aber im weiteren Verlauf des Tages dann auf die Normalstation verlegt werden. Die beiden anderen (1 Italiener und 1 etwa 20-jährige Deutsche aus Mannheim) wurden danach auf die Normalstation gebracht.

Eine weitere, etwa 20 jährige Deutsche wurde in das Hua Hin General Hospital mit Verdacht auf Splitterverletzungen in der Bauchhöhle und einer offenen Oberarmfraktur nach Erstversorgung verlegt. Im Auftrag der deutschen Botschaft, doch hauptsächlich aus eigenem Antrieb, habe ich die Patientin dort besucht. Man hat die Fraktur dort osteosynthetisch versorgt. Ein Eingriff am Bauch war glücklicherweise nicht erforderlich. Den Eingriff hat sie gut überstanden und liegt nun mit 3 niederländischen Opfern in einem Zimmer.

Ich stehe mit dem Krisenteam des ausländischen Amtes in Kontakt und werde in Kürze nach der Patientin im Hua Hin General Hospital sehen. Bei den operativen Eingriffen handelte es sich um Fremdkörperentfernungen (Splitter). Gemeinerweise hatte der oder die Täter die Bombe u.a. mit Stahlkugel und scharfzackigen Kleinsteisenteile versehen.

Nachmittags besuchte eine Politikerdelegation aus Bangkok (thail. Tourismusministerin mit Gefolge) die Opfer. Gleichfalls stattete der niederländische Botschafter seinen Landsleuten einen Besuch ab. Der deutsche Botschafter erkundigte sich per Telefon bei den Betroffenen. Die Abwicklungen mit den Botschaften war mal ein gutes Beispiel für ein geeintes Europa. Nationenübergreifend wurde hier untereinander kommuniziert und geholfen. Ich muss schon sagen, daß mich der Umstand, dass ich einen europäischen Pass habe, da schon ein wenig stolz macht.So kann Europa funktionieren! Auch das Zusammenspiel mit den Versicherungen klappte ohne bürokratsiche Hürden, die sonst schon mal gerne „eingebaut“ werden.

Am Abend wurde noch eine 18 jährige Deutsche bei uns stationär aufgenommen, die sehr nahe am Explosionsort stand und offensichtlich ein Knalltrauma erlitten hatte.
Insgesamt muss ich sagen, dass dieser Notfall sehr professionell aus medizinischer Sicht angegangen wurde. Es wurde schnell udn aber auch sorgfältig entschieden. Diagnostische Massnahmen wurden rasch und zielgerichtet durchgeführt. Die Zusammenarbeit zwischen Emergency Room, Röntgen, Operationsraum, Labor und Verwaltung (Patienetenaufnahme) verlief problemlos und es macht mich ein wenig stolz, dass wir das so gut hingekriegt haben . Der übrige Klinikbetrieb ging weiter mit nur wenig Zeitverzögerung. Für heute wir der deutsche katholische Priester Jörg Dunsbach in Hau Hin eintreffen. Ich hatte gestern mehrfach mit ihm telefoniert. Er wird sich hauptsächlich seelsorgerisch um die teilweise verstörten Opfer kümmern, wofür ich ihm sehr danbar bin. Körperlich sind die Opfer, die sich in unserem Hause befinden im Genesungsprozess. Seelische Wunden benötigen länger.

Herzliche Grüße aus dem San Paulo Hospital

T.

Also ihr seht es wird viel getan und ich finde es wichtig das wir hier in Europa auch über den „Tellerrand“ der normalen Berichterstattung Informationen erhalten. Der Tourismus macht einen großen Anteil der thailändischen Wirtschaft aus und Menschen, die überlegen nach Thailand zu fliegen, werden jetzt wohl eher nach anderen Reisezielen Ausschau halten. Aber genau das ist ja der Punkt, man kann zu der politischen Situation in dem jeweiligen Land stehen wie mal will, aber es trifft nicht nur die Opfer der Anschläge und deren Angehörigen, bei auch meine Gedanken sind, nein es trifft auch die Bevölkerung, die ihren Lebensunterhalt zum größten Teil mit dem Tourismus finanzieren. Also wie bereits erwähnt bleibe ich an diesem Thema dran und solltet Ihr Fragen haben, dann könnt Ihr Euch an mich wenden und ich leite diese nach Hua Hin weiter.
Ich hoffe das die nächsten Zeilen aus Hua Hin wieder mit mehr Zuversicht und Freude versehen sind.

Euer Lefty Stephan

Ich habe die Beiträge von Frank & T. nicht verändert.

 

1 Kommentar

  1. Ich persönlich finde den Beitrag von T. bezüglich Datenschutz etwas fragwürdig. Es wurden Opferlisten mit Namen, Nation und Alter von den Behörden veröffentlicht. Wenn man die mit dem Beitrag von T. vergleicht, ist es nicht mehr schwer die Opfer zuzuordnen. Gerade in solchen Situationen sollte jedoch die Privatsphäre der Betroffenen respektiert werden, da es auch ohne die Neugier der Öffentlichkeit schwer genug für sie ist. Vielleicht könnten Sie das das nächste Mal mehr berücksichtigen. Außerdem sind die Informationen nicht ganz korrekt.

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