Der Golfplatz und seine Ecken

Unser ganz besonderes Wohnzimmer

Woraus besteht ein Golfplatz, schauen wir dazu erst einmal auf die Infrastruktur und die Baukosten. Fast alle Golfplätze sind Teil einer Golfanlage, die außer dem Platz selbst auch noch andere Einrichtungen enthält:

Der Übungsbereich kann eine Driving Range (zum Üben langer Schläge) enthalten, Chipping oder Pitching Grüns (für kurze Schläge), Putting Grüns (zum Üben des Puttens), sowie mehrere Kurzbahnen. Bei 9 oder mehr Kurzbahnen spricht man auch von einem Kurzplatz, der insbesondere Anfängern die ersten Schritte ermöglichen soll.

Weiterhin gibt es in der Regel ein Clubhaus mit sanitären Anlagen, Umkleideräumen und einer Gaststätte, dem sogenannten „19. Loch“. Auch das Sekretariat und der Pro-Shop (Geschäft für Golfartikel) befinden sich normalerweise im Clubhaus.

Weitere Gebäude dienen den Greenkeepern zur Unterbringung ihrer Gerätschaften, insbesondere der Rasenpflegemaschinen, sowie dem Caddie-Master. Dieser verwaltet die Golf Carts, Leihschläger für Gäste und Spinde der Mitglieder. Außerdem erbringt er bestimmte Dienstleistungen wie kleinere Reparaturen, Reinigung von Golfschlägern oder (daher sein Name) Organisation der Caddie-Truppe, sofern eine solche vorhanden ist. Letzteres ist heutzutage jedoch sehr selten geworden.

Schließlich gehört zu einer Golfanlage noch ein Parkplatz, der manchmal in Bereiche für Mitglieder und Bereiche für Gäste unterteilt ist.

Baukosten für einen Golfplatz

Die Kosten für den Bau eines Golfplatzes betragen in Europa meist zwischen 1,5 und 5,2 Millionen Euro. Das schließt weder die infrastrukturellen Einrichtungen wie Clubhaus, Übungsbereich oder Parkplatz ein noch die benötigten Gerätschaften für die Platzpflege oder den Erwerb bzw. die Pacht des Grundstücks.

Neben Qualitätsunterschieden (Faktor zwei bis drei zwischen geringen und hohen Ansprüchen) schlagen vor allem Standortfaktoren zu Buche: so liegt Osteuropa mit 1,5 Millionen Euro am unteren Ende der Skala, Nord- und Mitteleuropa kommen auf 2,5 und 2,7 Millionen Euro, Großbritannien (3,9 Millionen Euro) und Westeuropa (5,2 Millionen Euro) bewegen sich am oberen Ende. Im Mittleren Osten steigen die Baukosten auf Grund des Wüstenklimas und der höheren Ansprüche der Kunden auf fast 10 Millionen Euro an. Als Untergrenze für einen weitgehend in Eigenregie gebauten, nicht allzu aufwändigen Platz wird eine Million Euro veranschlagt. Ok damit werde ich wohl nie einen eigenen Golfplatz bauen lassen.

Das Routing ist auch ganz wichtig

Was versteckt sich denn schon wieder hinter diesem Ausdruck? Die Anordnung der Bahnen zueinander und die Spielreihenfolge nennt man das Routing des Golfplatzes. Spricht man hingegen vom Layout, so meint man entweder den inneren Aufbau einer einzelnen Spielbahn oder ganz allgemein die Art und Weise wie der Golfplatz in die Natur eingebettet wurde. Die Anzahl der Golfbahnen auf einem Platz ist immer durch 3 und meist durch 6 teilbar: Eine komplette Golfrunde wird regulär über 18 Löcher, also z.B. 3 x 6 oder 2 x 9 Loch, gespielt. Es gibt also Plätze mit 6, 9, 18, 27, 36 Spielbahnen, wobei die weitaus häufigste Form die mit 18 Löchern ist. Größere Anlagen (z.B. mit 36 Bahnen) verfügen oft über einen separaten Junioren-, Senioren- oder einen Master-Course.

Historisch haben sich Golfplätze so entwickelt, dass die ersten neun Löcher weg vom Clubhaus führten („out“) bis zum maximal entfernten Punkt des Golfplatzes. Dort kehrte man um und spielte neun Löcher wieder zurück („in“) zum Clubhaus. Die Vorstellung dabei war, dass man neun Löcher in den Wind und neun Löcher mit Rückenwind spielte. Da der Golfsport sich an den windigen Küsten Schottlands entwickelte, waren die vorherrschenden Windrichtungen ein wichtiger Faktor bei der Planung des Routings.

Heute steht das Clubhaus oft in der Mitte des Golfplatzes, sodass dort jeweils eine Schleife von neun Löchern beginnen und auch wieder enden kann. So hat man alle zwei Stunden (das ist die ungefähre Spielzeit für neun Bahnen) die Möglichkeit zu entscheiden, ob man aufhören möchte. Auch können Spieler, die ein kürzeres Golfvergnügen suchen, nur 9 Loch spielen – viele Anlagen bieten dazu an, entweder Loch 1–9 oder 10–18 zu spielen. Bei geschickter Planung können 27 Löcher, also drei 9-Loch-Schleifen, um ein Clubhaus herum gebaut werden. Das hat den Vorteil, dass man auf 18 Loch ein Turnier abhalten kann und immer noch neun Loch zur Verfügung hat für Spieler, die nicht an dem Turnier teilnehmen wollen.

Häufige Maße

Aufgrund mehrerer Faktoren ergibt sich zufällig im metrischen System die Distanz von 30 Metern als Richtwert für die Anlage eines Golfplatzes. So sind die Grüns in Spielrichtung durchschnittlich etwa 30 Meter lang, die Fairways sind etwa 30 Meter breit und die Sicherheitsabstände zwischen zwei Fairways betragen im Normalfall häufig ebenfalls etwa 30 Meter. Der idealisierte männliche Golfer mit Handicap Null, als Planungsgrundlage für den Golfplatz, schlägt seinen Ball vom Tee mit dem Driver bei durchschnittlichen Platz- und Witterungsverhältnissen 230 Meter weit, weshalb hier (unter Hinzurechnung von zwei Putts) die Grenze zwischen Par 3 und Par 4 Löchern liegt. Vom Fairway kann er bis zu 200 Meter weit schlagen, weshalb die Distanz von 430 Metern die Grenze zwischen Par 4 und Par 5 Löchern markiert. Dementsprechend müsste die nicht festgelegte Grenze zwischen Par 5 und den sehr seltenen, neueren, nicht traditionellen Par 6 Löchern bei 630 Metern liegen. Auch sollte sich die Knickstelle der Spiellinie eines Hundebeins (Dogleg) auf einem fair angelegten Meisterschaftsplatz nach etwa 230 Meter befinden.

Zum Schluß noch ein PAR Infos 😉

Par-3-Löcher

Auf Par-3-Löchern sollte der Spieler idealerweise mit drei Schlägen den Ball eingelocht haben. Sie sind so angelegt, dass der Spieler das Grün mit dem ersten Schlag erreichen kann. Es muss also eine gerade Linie vom Abschlag bis zum Grün geben. Mit zwei weiteren Putts soll dann der Ball eingelocht sein. Die Länge beträgt für Herren bis zu 229 Meter (250 Yards) und für Damen bis zu 192 Meter (210 Yards). Ein 18-Loch-Golfplatz hat meist vier dieser kurzen Bahnen.

Par-4-Löcher

Auf Par-4-Löchern sollte der Spieler idealerweise mit vier Schlägen eingelocht haben. Der Ball wird abgeschlagen, landet auf dem Fairway und soll dann mit dem zweiten Schlag auf das Grün geschlagen werden. Mit zwei Putts soll der Ball dann eingelocht werden. Insofern muss es keine gerade Linie mehr vom Abschlag bis zum Grün geben, das Fairway darf einmal abknicken. Dieser Knick oder auch eine Spielbahn mit einem solchen Knick wird Hundebein oder Dogleg genannt. Die Länge dieser Bahnen liegt für Herren zwischen 230 und 430 Meter (470 Yards), für Damen zwischen 193 und 366 Meter (400 Yard). Par-4-Löcher machen den Löwenanteil eines Golfplatzes aus, normalerweise 10 von 18 Löchern.

Par-5-Löcher

Auf Par-5-Löchern sollte der Spieler idealerweise mit fünf Schlägen eingelocht haben. Der Ball wird abgeschlagen, einmal auf dem Fairway weitergespielt und mit dem dritten Schlag auf das Grün gebracht. Hinzu kommen wiederum zwei Putts. Par-5-Löcher dürfen deshalb bis zu zwei Doglegs haben, bei überdurchschnittlicher Länge führen sie aber in der Regel geradeaus. Par-5-Löcher messen für Herren ab 431 Meter, für Damen ab 367 Meter. Ein 18-Loch-Golfplatz hat meist vier dieser langen Bahnen.

Par 6 oder mehr

In sehr seltenen Fällen gibt es Löcher mit einem Par von sechs oder mehr. Das hat in der Regel publikumswirksame Gründe, bei Profiturnieren und auch im semiprofessionellen Amateurbereich beschränkt man sich fast immer auf Par 3, 4 und 5. In Europa gibt es fünf Par-6-Löcher: Das Längste ist auf dem Penati Golf Resort in der Slowakei (716 Meter). Ein Weiteres befindet sich auf dem PGA New Course des Golfclubs Himmerland in Dänemark (621 / 547 Meter), eines auf dem Kungälv Kode GK in Schweden (651 / 625 Meter), eines auf dem Daycourse des Golfclubs Frühling / Götzendorf in Österreich (614 / 594 Meter) und eines auf dem Platz des Golfclubs Limpachtal in der Schweiz (666 / 552 Meter). Auf der Asian Tour wurde im Jahr 2005 ein über 800 Meter langes Par 6 gespielt, was bei Traditionalisten Kritik hervorrief.

Ich hoffe Du hast mit diesem Beitrag deinen golferischen Horizont erweitert und kannst bei dem nächsten Gespräch an Hole 19 mit „Fachwissen“ glänzen. In diesem Sinne wünsche ich Dir ein schönes Spiel. Und lasse Dich nicht von diesem Wetter abhalten, denn dazu habe ich auch ein paar Tipps vorbereitet.

Dein Lefty Stephan

 

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