1 Woche Estepona + 4 Runden

Letzte Woche Samstag ging es von Berlin los, frei nach dem Motto: „Ab in die Sonne“! Ziel war Estepona in Andalusien was wir dann auch am Mittag, bewaffnet mit Golfbags und Mietwagen von Malaga aus erreicht hatten. In den ersten Tagen genossen wir die Sonne und die Stadt Estepona bevor wir uns dann auf die erste Runde machten. Drei Personen mit einem Bogey und einem Trolley machten sich am ersten Golftag auf den Alcaidesa Links Course zu bespielen. Bei wunderschönen Wetter spielten wir auf einen sehr gepflegten Platz und nur die Hitze und das auf und ab machte uns, besser gesagt mich, da ich mit Trolley unterwegs war, etwas zu schaffen. Aber der Ausblick von vielen Fairways auf Gibraltar und das Mittelmeer entschädigte für die schlappen 18 km Fussweg. Auch wenn es in meinen Augen kein typischer Links Platz ist, so sollte man hier unbedingt mal eine Runde drehen, denn an jedem Loch gibt es einen schönen Blick auf einen gepflegten Platz, schnelle Grüns und wie bereits erwähnt aufs Meer.

Immer mal wieder fragt jemand nach, was Linksplatz bedeutet. Hier ein paar Infos dazu. Mit dem Begriff Links oder Links-Platz wird eine besondere Art von Golfplatz bezeichnet, die den ursprünglichen Plätzen in Großbritannien nachempfunden ist, auf denen der Golfsport auch begonnen hat. Diese Art von Golfplätzen zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich auf sogenanntem Linksland befinden. Dies ist die früher als unbrauchbar angesehene Dünenlandschaft, die das Meer mit dem fruchtbaren Ackerland verbindet (mögliche Etymologie: englisch to link „verbinden“). Da man dort weder etwas anbauen noch Tiere ergiebig grasen lassen konnte (mögliche Etymologie: altenglisch hlinc „unfruchtbar, dürr“), gab man diesen von Wind und See gepeitschten Streifen Land zur allgemeinen Benutzung frei. Unter anderem wurde dort dann auch Golf gespielt.

Aber jetzt zurück zum Reisebericht. In der warmen Sommerzeit sollte man hier eine frühe oder eher noch besser eine späte Startzeit wählen. Denn die Erfahrung, die wir gemacht haben zeigt das es am Nachmittag eher ruhig auf den Courses ist! Und eine Runde in den Sonnenuntergang ist doch auch nicht so schlecht, oder!? Ansonsten kann einem schon die Mittagshitze zu schaffen machen. Auch ein Cart sollte man gleich mit buchen. Die Golfanlage liegt gut 40 Minuten südlich von Estepona und man sollte die A-7 fahren, die fast immer am Meer entlang führt und die eine oder andere tolle Bucht offenbart. Unsere zweite Runde drehten wir dann in dem unscheinbaren Golfclub Dona Julia Golf, aber ich sage gleich mal, der Schein und das „einfache Clubhaus“ täuschen. Denn auch hier fanden wir einen super tollen Golfcourse vor und hier wurde relativ wenig an der Natur verändert. Die Bahnen sind herausfordernd und schmiegen sich in die vorhandene hügelige Landschaft ein. Einfach traumhaft, was hier der Designer auf das „Feld“ gebracht hat. Hinzu kommt, dass die Runde Golf im Dona Julia Golf Club mit gut 50,- € Stand Mai 2017 sehr günstig ist. Auf diesem Platz ist ein Cart Pflicht, denn ansonsten brennen nach 9 Löchern die Schuhsohlen! Keine Bahn gleicht der anderen. Und an Hole 3 sollte man nur Abschlagen, wenn man nicht unter Höhenangst leidet! Denn dort geht es von Abschlag einfach mal nur weit nach unten! Aber da bekommt Ihr noch ein besseren Eindruck, wenn ich das Video fertig habe. Der Club ist gut 14 km südlich von Estepona entfernt und auch hier fährt man die 20 Minuten auf der A-7 entlang. Ach übrigens die Burger nach der Runde im Club waren auch lecker 😉Die dritte Runde frehten wir am nächsten Tag im Flamingos Golf Club. Das totale Kontrastprogram zum Vortag, denn hier ist wohl alles aus Marmor und Golf. Es war auch mit Abstand die teuerste Runde mit gut 120,-€ pro Person ist man dabei. Auch hier sollte man sich das Cart unbedingt gönnen, obwohl die Grüns und Abschläge relativ dicht aneinander gereiht sind. Aber dieser Golfplatz ist jeden Euro wert. Die Greenkeeper hatten im Mai die Course auf „hochglanz poliert“. Traumhafte Abschläge, Fairways und superschnelle Grüns machen die Bahnen schon zum Erlebnis. Hinzu kommt das tolle und herausfordernde, aber nicht unfaire Design und die Pflanzen. Ich glaube Botaniker haben hier so richtig ihren Spaß. Und während auf den ersten beiden Plätzen die Bunker recht hart waren, so glänzten die Bunker auf dieser Runde mit wunderbaren Quartzsand. Butterweich durchschnitten die Wedges den Sand und man konnte auch den Ball an die Fahne legen! Einfach traumhaft, das nenne ich Bunkerspiel. Wenn nicht die dummer Golfer wären, die es irgendwie überall nicht für nötig halten ihre Divots zurückzulegen und die Pitchmarken auf den Grüns zu entfernen, dann könnte Golf fast immer Spaß machen. Aber egal wo ich mich in der Welt aufhalte, immer wieder finde ich respektlose Golfer auf der Runde. Aber egal, die Greenkeeper machten hier in Andalusien zur Zeit einen tollen Job. Also wer in dieser Region Golfen möchte, der sollte sich den 12 Minuten nördlich von Estepona liegenden Course nicht entgehen lassen. Auch hier fährt man wieder die A-7 der Küste entlang, muss dann aber ein paar Kilometer ins Land rein fahren. Die letzte Runde drehten wir dann im Cabopino Golf Marbella und es war ein traumhafter Abschluß einer tollen Golfreise. Wie am Vortag führte uns der Weg wieder in Richtung Norden vorbei an Marbella und nach gut 30 Minuten Fahrzeit, mal wieder überwiegend auf der A-7 erreicht man den Club. Es gab auf der Golfrunde in diesem Club keine Bahn, die der anderen ähnelte und die Grüns haben uns auch den letzten Zahn gezogen. Pfeilschnell und onduliert präsentierten sich die 18 gepflegten Grüns und zweigten uns mal wieder was Golf mit Demut zu tun hat. Aber der Spaß ging deshalb nicht verloren und und man freute sich über jedes Loch, was man mit zwei Putts abschloss. Wie bei den drei vorherigen Plätzen war auch hier wieder alles in einem Top Zustand und dieser Platz ist für jeden Golfer eine echte Herausforderung. Auch in Cabopino sollte man unbedingt ein Cart mit buchen und nach der Runde sollte man den Ausblick von der Clubhausterrasse genießen. Wer an der Costa del Sol golfen möchte und nicht ewig hin und her fahren möchte, der sollte sich diese vier Plätze einmal genauer anschauen. Und wenn man Estepona mit einer schönen Altstadt und der Strandpromenade als Ausgangsort nimmt, dann sehr gut bedient. Bestimmt gibt es noch gefühlte 100 Plätze in der Region, aber für gute 300 € inkl. Cart für 4 Runden kann man mit diesen Plätzen nicht so viel flasch machen. Wo habt Ihr denn schon so in Andalusien eine „ruhige Kugel gespielt“? Und zu einem späteren Zeitpunkt werde ich noch mal ein Video mit den Aufnahmen der 4 Plätze präsentieren, also bleibt dran und schaut wieder vorbei!

Euer Lefty Stephan

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