Golf bei Olympia – voll Gras!

Ab heute können wir, die wir Golf lieben, unsere Sportart bei Olympia live und in Farbe erleben. Auch wenn es viel Gerede speziell um das Herrenturnier gab, so werde ich ab sofort mit „Haut & Haaren“ dabei sein. Die Startzeiten und die TV-Übertragungszeiten hatte ich ja schon mitgeteilt, heute geht es aber mal um was anderes.

Golf, voll Gras!

Der heilige Rasen, auf dem heute die Herren und in der nächsten Woche die Damen starten, muss besonderen klimatischen Bedingungen standhalten. Deshalb griff der Designer Hanse zu besonderen Grassorten. Der Golfplatz, der ja zum Teil im Naturschutzgebiet „Reserva de Marapendi“ liegt, darf nicht mit syntetischen Düngemittel und Herbizide gepflegt werden.

Herbizide (lateinisch herba ‚Kraut‘, ‚Gras‘ und lat. caedere ‚töten‘) oder Unkrautbekämpfungsmittel sind Substanzen, die störende Pflanzen abtöten sollen. Sie werden vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt, aber auch auf Nicht-Kulturland. Kulturpflanzen stehen im Wettbewerb mit Unkräutern um Wasser, Nährstoffe und Licht. Dichter Unkrautbewuchs kann die Ernte sehr erschweren und deutlich vermindern. Unkräuter können manuell, mit Maschinen oder mit Herbiziden dezimiert werden. Man unterscheidet dabei zwischen selektiven Herbiziden, die gegen bestimmte Pflanzen wirken und Breitband- oder Totalherbiziden, die gegen sehr viele Pflanzen wirken. Während des Vietnamkrieges wurden im Zuge der Operation Ranch Hand Herbizide (insb. Agent Orange) auch zu militärischen Zwecken als Entlaubungsmittel verwendet. (Quelle: Wikipedia)

Weitere Herausforderungen sind unter anderem die klimatischen Bedingungen und die nicht so tolle Qualität, des Wassers, was zur Pflege genutzt wird. Deshalb sind die Abschläge mit der Grassorte Zoysia japonica angelegt worden. Zoysia japonica ist eine Art aus der Gattung Zoysia, die 11 Arten umfasst und zur Familie der Poaceae (Gräser) gehört. Die Gräser werden 5 bis 15 Zentimeter hoch und stammt aus Ostsibirien, China, Taiwan, Japan, Korea und der Mongolei.

Fairways, Rough sowie die Grüns sind mit Paspalum vaginatum angelegt. Paspalum vaginatum ist eine Art aus der Gattung Paspalum, die circa 324 bis 380 Arten umfasst und zur Familie der Poaceae (Gräser) gehört. Die Gräser haben einen niederliegenden Wuchs und werden 8 bis 60 Zentimeter hoch. Hauptwachstumszeit ist im Sommer. Von Juni bis September trägt Paspalum vaginatum grüne, in Trauben angeordnete Blüten. Von Sommer bis Herbst tragen die Gräser nur wenige gelbe Karyopsen.

Warum?

Zoysia und Paspalum erfordern 20 – 30% weniger Wasser und Dünger als die meisten anderen auf Golfplätzen eingesetzten Gräserarten und benötigt bei angepasster Pflege auch weniger Pflanzenschutzmittel, da beide Arten sehr krankheitstolerant sind und ob ihres außergewöhnlich dichten Wuchses Unkräutern kaum eine Chance lassen. Diese Eigenschaften sind umso wichtiger, als dass die Stadtverwaltung von Rio nach den Spielen auf dem Olympischen Golfplatz das „Brazilian golf centre of excellence“ aufbauen wird und möchte, dass die Golfanlage öffentlich zugänglich bleibt. Beides zusammen bedeutet eine hohe Spielerfrequenz und eine entsprechend hohe Belastung, der nur ein Standort angepasster Rasen mit einer professionellen Pflege auf Dauer gewachsen ist.

Feedback der Spieler

Die Spielerkommentare nach den ersten Einspielrunden zeigen, er und sein Team haben, trotz des sehr jungen und noch nicht ganz eingewachsenen Platzes, einen klasse Job gemacht: die Paspalum Grüns putten sich gut und “beißen”. Deshalb können die Chips und Pitches relativ aggressiv gespielt werden, weil die Grüns den Spin des Balles gut annehmen.

So jetzt aber genug mit Gras und ab sofort konzentrieren wir uns mal wieder auf Golf! In 90 Minuten, um 12:30 Uhr (7:30 Uhr Ortszeit), geht der erste Flight auf die Runde. Martin Kaymer startet um 9:14 Uhr und Alex Cejka geht um 10:36 Uhr Ortszeit auf die Runde. Livestream startet auf ARD um 12:25 Uhr!

Euer Lefty Stephan

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