Golfregeln ab 2019 auf 24 reduziert

Die Regeländerungen, die für den 1. Januar 2019 geplant sind, sollen das Golfspiel leichter verständlich, fairer und zukunftsfähiger machen; bei gleichzeitiger Wahrung des Charakters. Dazu haben die beiden Regelinstanzen R&A und USGA am 1. März 2017 einen umfassenden Überblick über ihre Initiative zur Modernisierung der Golfregeln vorgelegt. Kernstück: Aus gegenwärtig 34 Golfregeln werden 24. Eine vergleichbare umfassende Reorganisation der Regeln liegt mehr als 3 Jahrzehnte zurück.

Mit der Reduzierung des Regeltextes um zehn Regeln von 34 auf 24 wird bereits ein klares Signal gesetzt. Eine Vielzahl inhaltlicher Änderungen soll die Freude am Golfspiel fördern, das Spiel schneller und die Regeln verständlicher machen.

Neben vielen weiteren Anpassungen wird die Suchzeit für einen Ball von fünf auf drei Minuten verkürzt, die Empfehlung ausgesprochen, dass jeder Schlag (inkl. Vorbereitung) nicht mehr als 40 Sekunden dauern und üblicherweise noch schneller ausgeführt werden soll sowie das Schlagen außerhalb der Reihenfolge im Zählspiel (Ready Golf) gefördert werden soll. Darüber hinaus wird eine alternative Form des Zählspiels angeboten, bei der durch die Spielleitung eine maximale Begrenzung für ein zu notierendes Ergebnis je Loch festgelegt werden kann.

Ab 2019 muss auch die Fahne bei einem Schlag auf dem Grün nicht mehr bedient werden und das Fallenlassen des Balles (Droppen) muss nicht mehr aus Schulter- sondern kann aus beliebiger Höhe erfolgen. Es wird für Spielleitungen die Möglichkeit geschaffen, frei wählbare Flächen als Hindernisse mit roten Pfählen zu kennzeichnen.

Viele Verhaltensweisen, die dem Charakter des Spiels nicht widersprechen, sind künftig straflos, so z. B. das versehentliche Bewegen eines Balls durch den Spieler bei der Suche, das versehentliche Treffen des Spielers, seiner Ausrüstung oder seines Caddies mit dem Ball oder das Bewegen oder Berühren von Gegenständen wie Blättern, Steinen und Stöcken im Hindernis mit der Hand oder dem Schläger. Auch Entfernungsmessgeräte sind ab 2019 grundsätzlich erlaubt, es sei denn, sie sind durch die Platzregel verboten (Umkehrung der aktuellen Regelung).

Vorschläge der Regeländerungen

  • Ab dem 1. Januar 2019 bleibt ein versehentliches Bewegen des Balls oder Ballmarkers auf dem Grün ohne Strafe – egal, ob sich der Ball beim Markieren, Zurücklegen oder Ansprechen bewegt. Dies kann die Spielleitung seit dem 1. Januar 2017 bereits als Platzregel in Kraft setzen.
  • Nur wenn sich der Spieler oder seine Mitspieler so gut wie sicher sind (mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent oder mehr), dass die Bewegung des Balls durch den Spieler verursacht wurde, zieht dies eine Strafe nach sich. Andernfalls kann davon ausgegangen werden, dass eine „natürliche Kraft“ für die Bewegung verantwortlich war (z.B. Wind, Gefälle, etc.).
  • Wird der Ball des Spielers von einem Mitspieler oder etwas nicht zum Spiel gehörenden bewegt und ist die exakte ursprüngliche Stelle nicht bekannt, soll der Ball ab dem 1. Januar 2019 so nahe wie möglich der geschätzten ursprünglichen Stelle zurückgelegt werden. Bislang muss der Ball fallen gelassen werden und kann dadurch eine vollkommen andere Lage einnehmen.
  • Wenn der Ball in Bewegung versehentlich vom Spieler, einem Mitspieler sowie deren Ausrüstung oder Caddies abgelenkt wird, soll es keine Strafschläge geben. Der Ball wird einfach von der Stelle weitergespielt, wo er zur Ruhe gekommen ist. Einzige Ausnahme: Wenn der Spieler seinen Caddie oder seine Ausrüstung absichtlich dort hingelegt hat, um den Ball abzulenken.
  • Bei der Inanspruchnahme einer Erleichterung (z.B. von einem unbeweglichen Hemmnis oder aus einem Hindernis) wird ein Erleichterungsbereich definiert, in dem der Ball fallen gelassen werden darf. Dieser entspricht nicht mehr den üblichen ein/zwei Schlägerlängen sondern 50 Zentimetern oder 2,03 Metern.
  • Der Vorgang des Droppens (Fallenlassen des Balls) muss nicht mehr aus Schulterhöhe erfolgen. Er kann aus beliebiger Höhe und in beliebiger Art und Weise ausgeführt werden. Die einzigen Bedingungen sind, dass der Ball eine Zeit durch die Luft fallen muss und vor dem Fallenlassen nichts Wachsendes oder irgendeinen anderen Gegenstand (künstlich oder natürlich) berührt.
  • Wenn der fallengelassene Ball nicht im definierten Erleichterungsbereich zur Ruhe kommt, darf der Spieler noch einmal an gleicher Stelle den Ball fallen lassen. Kommt er auch dann nicht im vorgegebenen Bereich zur Ruhe, muss sich der Spieler eine andere Stelle in dem Bereich suchen und die Prozedur wiederholen. Sollte der Ball auch nach mehreren Versuchen aus unterschiedlichen Höhen und an unterschiedlichen Stellen nicht im vorgegebenen Bereich zur Ruhe kommen, darf er den Ball an eine beliebige Stelle im vorgegebenen Bereich legen.
  • Ein Spieler muss künftig seinem Mitspieler/Zähler nicht mehr ankündigen, dass er seinen Ball markieren und aufheben möchte (z.B. um ihn eindeutig zu identifizieren). Allerdings erhält der Spieler auch weiterhin einen Strafschlag, wenn berechtigte Zweifel daran bestehen, dass der Spieler dies aus gutem Grund getan hat.
  • Die erlaubte Zeit, die ein Spieler nach seinem Ball suchen darf, wird von 5 auf 3 Minuten verkürzt, bevor der Ball als verloren gilt.
  • Wann immer ein Spieler Erleichterung in Anspruch nimmt – egal, ob straflos oder mit Strafschlägen -, darf er einen anderen Ball einsetzen.
  • Jeder eingebettete Ball darf überall im Gelände straflos innerhalb von 50 Zentimetern der ursprünglichen Stelle, aber nicht näher zum Loch, fallengelassen werden. Einzige Ausnahme: Ein eingebetteter Ball im Sand darf nicht straflos fallengelassen werden. Eine Platzregel kann die Erleichterung auf gewisse Bereiche des Plates beschränken.
  • Wenn sich der Ball auf dem Grün durch Wind, Wasser oder andere „natürliche Kräfte“ bewegt, kommt es auf die Situation an, ob der Ball zurückgelegt oder von der neuen Stelle gespielt werden muss. Wenn der Ball zuvor markiert, aufgehoben und zurückgelegt wurde, muss er zurückgelegt werden. Ansonsten wird er von seiner neuen Position gespielt.
  • Fast alle Schäden auf dem Grün dürfen vom Spieler ab dem 1. Januar 2019 ausgebessert werden. „Jede Beschädigung des Grüns“ umfasst dabei neben Pitch- auch Spike-Marken, Fußabdrücke, Beschädigungen durch Schläger oder Flaggenstock sowie Tiere. Nur Beschädigungen aufgrund von Grünarbeiten (z.B. Aerifizierung) und natürliche Oberflächenfehler dürfen nicht ausgebessert werden.
  • Es gibt keine Strafe mehr, wenn Sie einen Ball auf dem Grün spielen und der Ball den unbedienten Flaggenstock im Loch trifft. Der Spieler hat die Wahl, ob der Flaggenstock zum Putt herausgenommen werden oder im Loch stecken bleiben soll.
  • „Penalty Areas“ werden über Wasserhindernisse hinaus erweitert. Die Penalty Area kann auch Bereiche des Platzes umfassen, die nicht mit Wasser gefüllt sind; z.B. Schluchten, Wüsten oder Wald). Von Penalty Areas erhält der Spieler die selben Optionen zur Erleichterung, wie sie in den aktuellen Regel für rot gekennzeichnete Bereiche vorgesehen sind. Die Spielleitung ist berechtigt, „Penalty Areas“ gelb zu kennzeichnen.
  • Bei rot gekennzeichneten Penalty Areas entfällt die Option, Erleichterung auf der gegenüberliegenden Seite, an der der Ball die Grenze gekreuzt hat, zu nehmen. Die Spielleitung kann diese Option durch eine Platzregel erlauben.

Das und mehr soll sich dann zum 1.1.2019 ändern. Was haltet Ihr von den Vorschlägen?

Euer Lefty Stephan

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