Golfschläger Psychologie – der Driver

Psychologie (wörtlich: Seelenkunde) beschreibt und erklärt das Erleben und Verhalten des Menschen, seine Entwicklung im Laufe des Lebens und alle dafür maßgeblichen inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen. Heute geht es nicht um das Verhalten der Menschen direkt, sondern eher um eine nichts ganz so ernst gemeinte Betrachtungsweise des Zusammenspiels zwischen Schläger und Golfer, oder so.

Der Driver

Dieses riesen Teil, auch Schlägerkopf genannt, sollte es uns eigentlich ermöglichen, den viel zu kleinen Golfball optimal zu treffen. Aber da die Hersteller der Meinung sind, dass an so ein riesen Schlägerkopf auch ein langer Stiel, im fachchinesisch Schaft genannt, gehört, stehen wir viel zu weit weg. Das macht es uns geradezu unmöglich mit der riesigen Schlägerfläche optimal die kleine weiße Sau (Entschuldigung für die Ausdrucksweise) zu treffen. Dann hat sich irgend ein schlauer Mensch vor vielen Jahren das Tee, die chinesischen Stäbchen für Golfer, einfallen lassen. Eigentlich schlagen wir mit jedem Schläger direkt vom geliebten Rasen, nur beim Drive sollen wir einen „Stock“ benutzen. Das ist zusätzlicher psychologischer Druck für den Golfer von heute. Ich höre den Ball auf dem Tee sagen:

Jetzt komme ich Dir schon ein paar Zentimeter entgegen, und was machst Du?

Egal wie wir uns hinstellen, welche Farbe unsere Tees haben oder was wir sonst anstellen, sehr häufig fliegt der Drive, so nennt man den Schlag mit dem Driver, nach rechts oder nach links und wenn es ganz schlimm läuft, ins Aus. Und irgendwie kommen die meisten aus diesem Hamsterrad nicht raus. Dann, wenn wir eigentlich schon überlegen mit dem Golfsport aufzuhören, sehen wir auf der heimischen Driving Range einen freundlichen Herrn eines Herstellers. Einen von diesen Vertretern, die uns diese riesen Dinger mit zu langem Stiel verkaufen wollen. Die Zauberworte, die jedes Jahr an unsere Ohren dringen sind:

fehlerverzeihend & noch länger

Also stecken wir unseren Driver ins Bag und machen uns auf den Weg zu dem freundlichen Herrn, nennen wir Ihn Mr. „Callaway“. Wir werden mit einem Lächeln empfangen und sofort weiß der junge Mann was für einen Driver wir benötigen. Mit dieser „Wunderwaffe“ bewaffnet gehen wir mit einem Eimer voll Bälle auf die Matte und nach 4-5 Bällen trauen wir unseren Augen nicht. Dieses neue,  fehlerverzeihende „Superteil“ läßt unseren Abschlag aussehen als wenn wir die letzten 20 Jahre nicht anderes gemacht haben. Der Ball fliegt und fliegt und fliegt – und er fliegt nicht nach rechts oder nach links, nein er fliegt einfach nur gerade aus! 😉

Vorsicht Falle!

Freudestrahlend gehen wir zu den immer noch lächelnden Mr. „Callaway“ zurück und fragen nach den Preis. Boah, der ist aber nicht ohne denken wir nachdem er uns einen Preis von um die 300 Euro genannt hat. Noch bevor wir NEIN denken können, sehen wir vor unserem inneren Auge die Flugbahn von gerade. Mr. „Callayway“ bemerkt sofort unseren Selbstzweifel und sagt mit einem Lächeln: „Gehen Sie doch ein paar Löcher mit dem neuen Driver!“ Jetzt hat er uns an der Angel und wir dackeln zu Tee 1.

Vorsichtig stecken wir das Stäbchen (Tee) ins Gras, legen die kleine weiße Sau (Golfball) drauf und stellen uns mit der „Wunderwaffe“(Driver) in Position. Wir schauen uns noch mal zur Range um und sehen Mr. „Callaway“ wie er zu uns rüber winkt. Dann 100% Konzentration und nicht mal eine Sekunde später fliegt der Ball, traumhaft gerade und weit! Schon wieder kommt uns ein Boah über die Lippen und während wir am nächsten Loch den zweiten Ball aufteen, steht schon fest dieser Driver ist eine „Monsterwaffe“, eine psychologische „Waffe“ gegenüber meinen Flightpartnern. Wir sehen schon unser HCP purzeln und sind völlig „benebelt“!

Aber jetzt kommt die Psychologie des Drivers ins Spiel – oder auf deutsch gesagt, sein Verhalten. Dieser Schläger funktioniert in unseren Händen nur so lange, bis wir ihn vollständig bezahlt haben. Wenn wir dann Eigentümer dieser „Monsterwaffe“ sind, dann zeigt er uns schon bei der nächsten Golfrunde die A….karte! Wie? Das sage ich Euch!

Vorsichtig stecken wir das Stäbchen (Tee) ins Gras, legen die kleine weiße Sau (Golfball) drauf und stellen uns mit der bezahlten „Wunderwaffe“ (Driver) in Position. Wenige Augenblicke später trifft die Schlagfläche den weißen Ball und …..  Scheiße, er fliegt nach rechts ins Aus! Wenn der Driver genauso lächeln könnte wie Mr. „Callaway“, dann würde er jetzt grinsen und sagen:

Schon wieder ein Trottel, der auf mich reingefallen ist!

Euer Lefty Stephan

PS: Ich liebe meinen Driver und den Golfsport! Aber hatte nicht jeder schon mal in seiner Golferlaufbahn genau dieses Erlebnis? Ach ja und wer immer noch damit kämpft, dass sein Drive nach rechts oder links fliegt, der sollte sich mal ein paar Stunden beim Pro gönnen. Habe gehört, der ist fehlerverzeihend und bringt uns auf mehr Länge! 😉 In diesem Sinne wünsche ich Euch ein „schönes Spiel“!

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