Inklusion-auch im Golf?

Bevor ich über Golf und Inklusion spreche, hier erst mal Begriffserklärung. Wer keine Lust hat zu lesen, der kann sich das Video anschauen.

Inklusion

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion. Kaum einer weiß, dass Inklusion ein Menschenrecht ist, welches in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben ist. Für den ungehinderten Zugang zu Informationen in jedem Bereich für alle ist Barrierefreiheit die Voraussetzung. Auch das Thema ist ein Thema. Es geht auch um das Teilnehmen an Informationen in unserem Leben. Für Menschen, die z. B. blind bzw. sehbehindert, oder gehörlos sind, erweisen sich Webseiten als eine riesige Hürde. Sei es, weil ihr Browser keine Frames unterstützt, Informationen nicht in Gebärdensprache abrufbar sind oder Bilder nicht mit Texten unterlegt sind. In Deutschland leben gut 13 Millionen Menschen mit Behinderung.

Aber jetzt zum eigentlichen Thema Inklusion und Golfsport

Golf für ältere Frauen und Männer oder für Menschen mit gesundheitlichem Handicap und Behinderungen wird auch für deutsche Golfclubs zunehmend zu einem Thema mit hohem Stellenwert. Menschen, die neben dem golferischen Handicap auch noch mit einem gesundheitlichen belastet sind, erleben vielfach eine neue und selbstsichere Form der Offenheit und der positiven Ansprache, die sich in einer erfreulichen Dynamik widerspiegelt. Ob auf der Driving Range oder auf dem Platz. Eine stärkere Einbindung und Präsenz von Golfern, die zum Beispiel auf spezielle Hilfsmittel wie etwa einen Paragolfer, sogenannte Elektrocarts, Gehhilfen usw. angewiesen sind, tragen dazu bei, das negative und versnobte Image des Golfsports endlich zu korrigieren. Inklusion und das respektvolle Miteinander stehen aktuell im Mittelpunkt zahlreicher Konzepte und Projekte rund um den Golfsport. Immer mehr Golfclubs benennen jetzt einen sogenannten Inklusionsbeauftragten als Ansprechpartner für am Golfsport interessierte Menschen mit Behinderungen. So sind in der Zwischenzeit zahlreiche bundesweite Golfclubs den Beispielen des Golfparks München-Aschheim, des Golfclubs Kallin in Brandenburg und weiteren Golfclubs gefolgt. Dazu gehört hier im Norden auch der „Golfclub Hamburg Gut Waldhof“, in dem eine neue moderne „Club-Aktiv“-Philosophie praktiziert wird. Hier wird Menschen ein sportliches Angebot unterbreitet, die zum Beispiel an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, an Multipler Sklerose oder Krebs erkrankt sind. In sogenannten „Handicapped Flights“ können die unterschiedlich Betroffenen gemeinsam Golf spielen und ihre Lebensfreude stärken, sich austauschen und die Leidenschaft für den Sport mit der kleinen weißen Kugel entfachen.

Golf for Heart

Der Gründer von Golf for Heart Heinrich Heyne bewegt mit vielen Menschen in Sachen Golf einiges. Aber wie ist er überhaupt dazu gekommen?

Nach mehr als 20 Jahren Selbständigkeit habe ich nach einem durchlebten Schlaganfall und nachfolgenden Herzinfarkten die gesundheitlichen Vorzüge des Golfsports für mich entdeckt. Im Jahr 2011 gründete ich daraufhin das Projekt Golf for Heart, um auch anderen gesundheitlich betroffenen Menschen den Golfsport und seine Vorzüge als Mentor näher zu bringen.Seitdem widme ich mich mit Golf for Heart ehrenamtlich diesem Ansatz und unterstütze beratend und sportlich Patienten, Kliniken, Selbsthilfegruppen sowie Golfanlagen, die die Schnittstelle zwischen Golf und gesundheitlicher Behinderung zukünftig aktiv gestalten wollen. Seit 2016 bin ich zudem als Gesundheits- und Inklusionsbeauftragter für den Golfverband Schleswig-Holstein e.V. (GVSH) tätig.

Also warum sollen Menschen mit gesundheitlichen Handicap nicht mit Menschen ohne gesundheitlichen Handicap zusammen eine Runde drehen? Ich kann nur sagen:

Golfer mit und ohne Handicap geht gemeinsam auf die Runde!

Ich bin mir sicher, das es für alle eine Erweiterung des eigenen Horizons ist. Wer noch mehr zu dem Thema lesen möchte, der sollte sich „Inklusion pur“ des bayrischen Golfverbandes runter laden (pdf Datei). Ich werde mich mit dem Thema etwas mehr in der nächsten Saison beschäftigen und von meinen Erlebnissen berichten!

Links

Auf jeden Fall bin ich mir sicher der Golfsport wird in der Zukunft bei der Inklusion weit vorn dabei sein. Wie sind Eure Erfahrungen? Habt hier ein gesundheitliches Handicap und spielt Golf? Ich würde mich über Euer Feedback zu dem Thema freuen.

Euer Lefty Stephan

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