Rio 2016 – Ein Gewinn für den Golfsport?

Nun sind sie vorbei, die Olympischen Spiele. Schon im Vorfeld viel Negatives berichtet: Über die Kriminalität, über Bestechungen und einen Golfplatz, der eigens gebaut wurde, rechtzeitig fertig wurde und nun von hochpreisigen Appartmenthäusern umringt ist. Dann kam das Zika-Virus und damit die Absage der männlichen Topspieler. Ein Aufschrei ging durch die Golfwelt und viele Medien. Ob die Spieler nun zu Recht oder nicht abgesagt hätten. Doch die Weltspitze bliebt mit Jordan Spieth, Jason Day, Dustin Johnson und Rory McIlroy dem Platz in Rio fern. Rory McIlroy verteidigte seinen Olympia-Boykott vehement und mehr er verteitigte, um so schlimmer wurde es. Die ganze Diskussion überschattete die ersten Tage der Open.

Ganz anders Martin Kaymer. Für ihn war ein Olympia-Boykott unverständlich und wie er an den ersten Tagen in Rio in einem Interview sagte, ist Golf bei Olympia für ihn „Back to the roots. Das ist warum ich Golf spiele“. Er konnte sich auch begeistert über die Unterkünfte äußern: „ Es ist alles da, was man braucht.“ Bubba Watson hat auf Twitter ein Bild der spartanischen Doppelunterkünfte gepostet:

Going to miss this place #TeamUSA

Ein von Bubba Watson (@bubbawatson) gepostetes Foto am


Unterkünfte hin oder her – es gab vor allen an dem Finaltagen richtig gutes Golf zu sehen. Das sogar in kostenloses Live-Streams vom ZDF übertragen wurde – auch wenn man die Kommentatoren nun nicht mochte. Aber es war endlich im Golf im Fernsehen. Immerhin 5,8 Millionen Zuschauer konnte Golf verzeichnen und war somit in der Hitliste der gesehenen Übertragungen im guten Mittelfeld.

Das Finale der Herren war auch kaum an Spannung zu überbieten.Rund 13.000 Zuschauer verfolgten in Rio den Kampf um die Golfmedaille zwischen Henrik Stenson (Schweden) und Justin Rose (England). Matt Kuchar aus den USA kam auf Platz 3 und Martin Kaymer auf den geteilten15. Platz. Alex Cejka beendete die Runde auf dem geteilten 21. Platz.

Bei den Damen gab es nur eine Absage wegen der Mücke mit dem Zika-Virus. Lee-Anne Pace aus Südafrika blieb lieber zu Hause, ansonsten rückte die gesamte Weltspitze der Damen im Golf in Rio an. Und alle freuten sich wie Bolle, für ihr Land an den Start zu gehen. Hier tun sich zwischen Männern und Frauen tatsächlich Gräben auf. Bei den Frauen nicht einmal eine kurze Überlegung, sondern ab dem ersten Moment Freude über die Teilnahme und Begeisterung, dass Golf wieder olmypisch ist.
Caro Masson und Sandra Gal waren in Rio am Start und Sandra Gal kämpfte mit dem Wind, der Schulter und ihre Performance. Sie beendete das Turnier auf dem geteilten 25. Platz mit 283 Schlägen.

Caro Masson überzeugte vom ersten Tag an mit einer guten Performance. Das Ergebnis war eine geteilter 21. Platz mit 282 Schlägen. Nur einen Schlag hinter der Nummer Vier in der Weltrangliste, Lexi Thompson. Mirijam Nagel, die für Brasilien aufgrund ihrer Doppelstaatlichkeit antrat, kam auf Platz 52. Wenn man nun bei dem 21. Platz von Caro Masson noch die fehlenden vier Topspieler bei den Herren (theoretisch) dazu rechnet, käme Martin Kayer auf den 19. Platz – und somit liegt Caro Masson sehr gut im Rennen. Dann kann sich ein 21. Platz gut sehen lassen.

So gesehen waren die Spiele in Rio ein Erfolg für den Golfsport. Deutschland endete mit seinen vier Spielern im Mittelfeld, es gab zum ersten Mal einen kostenfreien Live-Stream und Golf kam – wenn auch kurz – in den Sportnachrichten vor. Vor allem zeigten sie aber den großen Unterschied zwischen dem Profigeschehen der Herren auf der Tour im Vergleich zu den Frauen. Weniger verwöhnt und von hohen Siegprämien verdorben, spielen die Frauen auf der Profitour einfach Golf, weil es ihnen Spaß macht. Nicht weil sie gewinnen wollen, nicht weil nur ein Sieg bei den Majors interessant ist, sondern sie spielen um des Golfsports wegen.

Eure Cornelia

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