The Open – Birdiebook & der Professor

Über den Tellerrand geschaut

Heute gehen bei The Open (The 146th Open at Royal Birkdale), dem nächsten Major unter anderem Martin Kaymer und Bernd Wiesberger auf die Runde. Aber dazu gibt’s es in der Podcast Ausgabe später mehr! Hier und jetzt blicke ich mal ein bisschen über den Tellerrand.

Wisst Ihr wer uns die Birdiebooks beschert hat?

Dass es Birdiebücher überhaupt gibt ist den Amerikanischen Profispielern zu verdanken. Ende der 70iger Jahren sahen sich die US-Golfer einst nach langer Anreise und gedrängtem Spielplan in den USA, auf den unbekannten schottischen Links Plätzen im Nachteil und drohten, nicht mehr am OPEN teilzunehmen, falls es für sie keine akkuraten Aufzeichnungen der Spielbahnen geben würde.

Entsprechend entwickelten Mitglieder der R&A Ende anfang der 80iger Jahre, zusammen mit der eigens dafür gegründeten Strokesaver Ltd. Schottland, das als Standard geltende Vermessungsprinzip dessen grafische Darstellung und die zum regelkonformen Spiel erforderlichen Informationen für die Spieler. An der diesjährigen 146igsten Austragung des “THE OPEN” feiert Strokesaver sein 35-jähriges Jubiläum als einziger, offizieller Provider der “Players’ Edition “ in Royal Birkdale. Selbstverständlich wurde das Produkt in den letzten 35 Jahren stetig weiterentwickelt.

The Open und der Professor

Bryson DeChambeau merkt man seinen Master in Physik an. Wenn er über Golf spricht, wenn er Golf spielt und auch wenn man einen Blick in seine Tasche wirft. Golf lebt von Individualisten, Charakteren die herausstechen, mit Traditionen brechen ohne diese mit Füßen zu treten. Bryson DeChambeau ist so jemand. Äußerlich stets in einem Crossover aus traditionellem Golfoutfit und stylischem, jungen Design unterwegs, wird seine Individualität beim Blick in die Tasche des frisch gebackenen PGA-Tour-Siegers einmal mehr deutlich.

Erst vergangenes Jahr war der ehemalige US-Amateur-Champion und Sieger der Einzel-College-Meisterschaft ins Profilager gewechselt. Ein gutes Jahr später triumphierte DeChambeau bei der John Deere Classic. Dabei geholfen haben ihm insbesondere die einzigartigen One-Length-Eisen von Cobra. Von Eisen 4 bis Lob Wedge haben all seine Schläger die gleiche Schaftlänge. 37.5 Inch – was einem Eisen 6 entspricht. „Ich gehe das Golfspiel ganz anders an, als die meisten“, so DeChambeau. „Vor allem von einem wissenschaftlichen Standpunkt. Ich versuche, jede einzelne Variable in diesem Spiel zu verstehen.“

DeChambeau hatte zuvor erfolgreich seinen Master in Physik an der Southern Methodist University in Dallas, Texas abgeschlossen. „Es ist wirklich schwierig, doch mit der Zeit habe ich mehr und mehr verstanden und bin alleine durch dieses Verständnis konstanter geworden. Ich habe einen einzigartigen, deutlich technischeren Schwung als die meisten Spieler. Doch es ist ein Irrglaube, wenn behauptet wird, dass One-Length-Eisen nur für One-Plane-Schwünge wie meinen funktionieren. Egal wie jemand schwingt und wie fortgeschritten seine Fähigkeiten sind, jeder kann von der Einfachheit, die konstante Schaftlängen bringen, profitieren.“

Sein Trainer und er wären irgendwann auf die Idee gekommen. „Ich war nicht in der Lage, mit zwei unterschiedlichen Schlägern 20 gleiche Schwünge hintereinander zu machen. Ich musste immer irgendwas mit dem Körper verändern. Dann habe ich mir gedacht, dass das keinen Sinn macht.“ Der einzige Spieler, der vom Ansatz, dem Verständnis des Schwungs und jeder einzelnen Variable, ähnlich wäre, sei Tiger Woods, glaubt DeChambeau.

Tiger konnte Flaggen mit den jeweiligen Wedges, einem genauen Spin-Wert, einer bestimmten Flugkurve anspielen. Nur indem er seine Hände geschult hat. Das war einfach unglaublich. Genau das wollte ich immer erreichen. Ich will es Amateuren leichter machen

Nicht nur sein Schwung, sondern auch seine One-Length-Eisen begünstigen eine hohe Konstanz, die jeder im Golf sucht. „Ich will es Amateuren leichter machen. Ich denke, es gibt einen einfacheren Weg, den die Leute einfach noch nicht gefunden haben. Hoffentlich bin ich auf dem richtigen Weg. Doch ich glaube schon.“ Das Selbstvertrauen war nach diesem ersten Sieg auf der großen Bühne stärker denn je.

Auch neben den Eisen bleibt DeChambeau seinem Ausstatter Cobra Puma treu. Mit traditionellen Schaftgewichten und Längen in Driver und Holz 3, einem Driving-Eisen anstelle eines Holz 5 oder Hybrids. Einzig den Putter ziert nicht die gekrönte Schlange. Mit dem SIK C-Series griff der Individualist auf einen eher unbekannten Hersteller zurück. Doch der Erfolg gibt ihm Recht. In Schwung, Schlägern und Einstellung.

Sein Bag bei The Open

  • Driver: Cobra King Ltd Pro (8,5 Grad; Schaft: Project X T1100
  • Holz 3: Cobra King Ltd (14,5 Grad; Schaft: Project X HZRDUS Black)
  • Driving-Eisen (#3): Cobra King Driving Iron (18 Grad; Schaft: Project X Black Hybrid)
  • Eisen (4 bis Pitching Wedge): Cobra King Forged One Length (Schaft: Nippon Modus 130x)
  • Wedges: Cobra King V-Grind (50, 56, 60 Grad; Schaft: Nippon Modus 130x)
  • Putter: SIK C-Series
  • Ball: Bridgestone B330-S

Driver, wozu?

Einige Spieler planen bei der diesjährigen British Open im Royal Birkdale GC ihren geliebten Driver (Podcastbeitrag) stecken zu lassen. Phil Mickelson will seinen erst gar nicht mitnehmen.
Southport, England – Dass Links-Golf für jeden Golfer eine besondere Herausforderung darstellt, ist längst bekannt. Auf solchen Plätzen muss man schon mal auf außergewöhnliche Methoden zurückgreifen. Einige Spieler packen kurz vor der British Open im Royal Birkdale GC ihre Tasche neu.

Es ist schon fast die Regel, dass Spieler ihre Schläger dem Links-Kurs und den besonderen Bedingungen anpassen. Nur die wenigsten treten mit ihrem üblichen Setup an. 1976 gewann Johnny Miller die British Open, ebenfalls im Royal Birkdale GC, mit einem Eisen 1 als Driver-Ersatz. Er schlug damit auf zwölf von 14 Abschlägen (Par 4s oder länger) ab. Der harte Untergrund von klassischen Links-Plätze in Kombination mit den typischerweise windigen Bedingungen erfordert nun einmal ein anderes Spiel als bei windstillen Bedingungen auf dem TPC Sawgrass.

Selbst Rory McIlroy teilte zu Beginn der Woche mit, dass er es in Erwägung zieht, seinen Driver bis zum 13. Abschlag stecken zu lassen. Phil Mickelson plant ab Donnerstag eine ganz neue Strategie: Er will den Driver durch ein „heißes“ Holz 3 und ein zusätzliches Driving-Eisen (#3) ersetzen.

Der Linkshänder ist dafür bekannt, dass er gerne Experimente auf dem Platz unternimmt. Er hat bereits mehrere Majors ohne Driver gespielt. Das Masters Tournament 2006 hat er sogar mit zwei Drivern gespielt – und gewonnen. Ein weiterer, neuer Schläger in Mickelsons Tasche wird ein 64-Grad-Wedge sein. Nach der Trennung von seinem langjährigen Caddie Jim „Bones“ Mackay im Juni wird der 47-Jährige in dieser Woche begleitet von seinem Bruder Tim.

So das soll es erst mal gewesen sein und morgen zum Frühstück steht der Rückblick auf die erste Runde bei The Open im Podcast zur Verfügung.

Euer Lefty Stephan

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Verbinden und Komentar schreiben mit:



E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*