persönliches Fazit – Golfregeln 2019

Die Regeln 2019 und was können wir selbst machen!

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Gehen wir doch einfach mal für das Fazit auf die in meinen Augen wesendlichen Änderungen ab diesem Jahr ein.

  • Die Ball-Suchzeit ist von 5 auf 3 Minuten verkürzt worden.
  • Ball wir bei der Suche bewegt – ab sofort straflos, muss nur zurückgelegt werden.
  • Egal wo der Ball in Zukunft eingebettet zum liegen kommt, man kann den Ball straflos droppen.
  • Das Droppen ab sofort aus Kniehöhe. Macht man es wie früher, dann muss der Drop straffrei wiederholt werden.
  • Trifft man versehendlich sich oder seine eigene Ausrüstung, dann ist das straflos und man spielt weiter.
  • Lose Naturstoffe dürfen jetzt überall straflos entfernt werden – natürlich ohne den Ball zu bewegen.
  • Ball im Bunker für unspielbar erklären! Es gibt jetzt eine 4. Möglichkeit, aber verbunden mit zwei Strafschlägen. Das Droppen direkt hinter dem Bunker.
  • Der Schläger darf ab 2019 auch in den Penalty Area, so heißen die ehemaligen Wasserhindernisse jetzt, aufgesetzt werden. Also auch beim Spiel aus dem Teich!
  • Alle Beschädigungen auf der Puttlinie können wir ab sofort ausbessern.
  • Die Fahne darf stecken bleiben und damit verbunden, gilt der Ball als eingelocht, wenn ein Teil des Balles unterhalb der Lochkante ist.

Also das man nur noch 3 Minuten nach einem Ball suchen darf, das finde ich sehr gut, aber gefühlt bin ich mir nicht sicher, ob damit tatsächlich das „Spiel schneller“ wird. Das man nicht mehr bestraft wird, wenn man bei der Suche den Ball versehendlich bewegt, das ist eine gute Entscheidung. Auch das straflose droppen beim eingebetten Ball ist sehr sinnvoll.

Das Fazit – sinnvoll?

Die Regeländerungen scheinen einen Fokus zu haben. Das Spiel schneller zu machen, aber ich kann jetzt Anfang Juni nicht wirklich feststellen, dass eine 18 Lochrunde schneller geworden ist. Immer noch ist man mit 4 Spieler um die 4,5 Stunden unterwegs und so war es auch 2018 vor der Regeländerung. Das man jetzt nur noch 24 Regeln hat, das finde ich gut, aber eigentlich muss man, wenn das Ziel Schnelligkeit ist, ganz wo anders ansetzen.

Viele verlieren auf der Runde das Zeitgefühl und wenn nicht direkt vor einem ein Flight ist, der mit genauso viel Spielern unterwegs ist, dann fehlt der Bezug. In Portugal kenne ich das auf einigen Plätzen, dass man auf der Scorecard immer die Uhrzeit, wann man das jeweilige Loch anfangen „muss“. Das finde ich eine tolle Einrichtung, denn jeder Spieler hat ja eine Scorekarte in der Hand, wenn er sein Ergebnis einträgt und sieht dann die Uhrzeit. So gibt es max. 4 Personen, die die Geschwindigkeit im Auge behalten müssten. Und wenn man an der 10 noch einen Mitarbeiter vom Club zu stehen hat, der einem vielleicht im Sommer auch noch was Kühles verkaufen möchte, dann ist die Chance etwas größer, das wir die Zeit im Auge behalten.

Nicht falsch verstehen, ich will nicht die 18 Löcher in 2 Stunden spielen und dann total erschöpft vom Tempo auf der Clubhausterrasse zusammenbrechen. Aber jeder von uns kann eine Menge an der Geschwindigkeit des eigenen Spiels drehen. Ich will hier mal ein paar Punkte zum x-mal nennen:

  • Wer zu erst fertig ist schlägt ab – Feierabend, wer braucht denn „die Ehre“?
  • Man soll ja nicht vor dem zu spielenden Ball stehen, aus Sicherheitsgründen, aber wenn der nächste zu spielende Ball auf der rechten Seite des Fairways liegt und mein Ball 10-20 Meter weiter geflogen ist und links im Rough liegt, warum sollte ich nicht schon mal auf die Suche gehen. Klar Sicherheit geht immer vor!
  • Liegt man auf gleicher Höhe, dann schlägt der, der zu erst fertig ist.
  • Schlagvorbereitungen, wenn man nicht direkt neben einem anderem Spieler steht, kann man auch schon machen, wenn ein anderer gerade seinen Ball spielt, oder!
  • Und bitte lasst den Trolley nicht immer vor dem Grün stehen, den in 99% geht es danach nicht auf dem Fairway zurück zum nächsten Abschlag. Also Ball aufs Grün und dann mit dem Trolley bitte schon mal da hin, wo es dann nach dem Einlochen weiter geht.
  • Seinen Score sollte man sich vom letzten Putt bis zum nächsten Abschlag merken können. Also zückt die Scorekarte, das Handy oder was auch immer erst, wenn ihr am nächsten Abschlag seit.
  • Man kann seinen Mitspielern ruhig mal sagen, dass man mal etwas auf das Gas treten sollte! Denn dann kann man nach der Runde ein Getränk mehr zu sich nehmen, denn da gibt es keine Zeitlimits. Das glaube ich zu mindestens.
  • Ärger Dich nicht über die Flight vor Dir, wenn Du es selbst nicht besser machst und es bringt auch nichts dem Flight vor Dir in die „Hacken“ zu spielen.

Mein persönlicher Tipp für die nächste Runde: Nehme mal eine Scorekarte mit und schreibe die Uhrzeit an jedem Abschlag auf! So kannst Du beurteilen wie lange die einzelnen Löcher gedauert haben. Und bei der nächsten Runde nimmst Du Dir wieder eine Scorekarte und schreibst an der 1 die Startzeit auf. Und dann an den Löchern 3, 6, 9, 12, 15 und 18 die Uhrzeit für den Abschlag.

Wie meine ich das?

Also wir gehen mal von 4 Stunden bei einem 4er Flight als „Wunschzeit“ aus und wir starten um 12:00 Uhr. 4 Stunden sind 240 Minuten, die durch 18 sind ca. 13 Minuten (Hinweis: bei 15 Minuten sind wir dann schon wieder bei 4,5 Stunden). Dann schreibst Du neben Hole 3 12:26 Uhr, neben Hole 6 13:05 Uhr usw. Klar braucht man für ein Par 5 etwas länger als an einem Par 3 ohne Penalty Area. Aber es soll ja nur ein Richtwert sei um ein Gefühl zu bekommen.

Wenn man das in seinem Heimatclub, wo man vielleicht Woche für Woche spielt, einfach mal über 10-15 Runden durchzieht, dann sage ich Dir, ohne das man es merkt kommt man von vielleicht 13-15 Minuten pro Loch auf 10 bis 12 Minuten. Und das ganz ohne Hetze, versprochen. Und irgenwann schreibt man sich vielleicht nur noch alle 6 Löcher die Zeit auf die Scorecard.

Nur mal zum Verständnis 15 Minuten pro Loch bei 18 Löcher sind wie bereits erwähnt 4,5 Stunden und wenn Du mit Deinen Freunden die Zeit um 3 Minuten auf 12 runterschraubst, dann sind es nur noch 3,6 Stunden.

Aus der Sicht der Betreiber bedeutet das

Wenn ich das aus der Sicht des Golfplatzbetreiber betrachte, dann kann ich bei 4,5 Stunden Spielzeit und Startzeiten alle 10 Minuten maximal 6 Flight mit 4 Spieler los schicken – also 24 Spieler pro Stunde. Wenn ich die 3 Minuten Ersparnis pro Loch betrachte, dann kann ich die Startzeiten auch auf 7 Minuten verkürzen und und ich könnte dann 8 Flights pro Stunde auf die Runde schicken. Dann sind das maximal 32 Spieler pro Stunde.

Und in Sachen Geld bedeuten 8 Spieler pro Stunde vielleicht unterm Strich bei einem Greenfee von gedachten 50,-€ satte 400,- maximal Mehreinnahmen pro Stunde. Selbst wenn ich damit nur 2000,- € am Tag dadurch mehr einnehme und das auch nur auf die 4 Wochenenden rechne, dann sind das satte 16.000,- € mehr im Monat, die versteuert werden müssen. 😉

Und wenn ich das Geld mal außen vor lasse, dann heißt es, dass 8 Clubspieler in der Stunde am Wochenende mehr auf die Runde gehen können. Wenn das nicht Ansporn genug ist, am eigenen Spiel zu „schrauben“, dann verstehe ich die Welt nicht. Geht es meinem Club finanziell besser, dann habe ich als Mitglied auch etwas, oder liege ich da falsch. Bestimmt werde jetzt die Gegenargumente kommen, aber dann schreibt die hier in den Kommentar und lasst uns drüber reden! Vielleicht ist ja an meiner Rechnung was falsch oder ich habe etwas übersehen, aber genau darüber kann ich ja gerne mit Dir reden.

Dein Lefty Stephan

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