Regel 20 – strittige Regelanwendungen

Bitte nicht Streiten, ist nur ein Spiel!

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In dieser Regel geht es um die Vorgehensweise für die Spieler und die Spielleitung bei strittigen Fällen der Regelanwendung. Ich hoffe wir bleiben davon verschohnt, das man diese Regel jemals anwenden muss. 😉

In dieser Regel geht es darum, wie man sich bei unsicheren Regelanwendungen auch das Recht erhält, zu einem späteren Zeitpunkt eine Regelentscheidung zu erhalten. Das ist manchmal für alle Beteiligten in einem Flight ganz gut. Ihr kennt das ja 4 Personen = 5 Meinungen.

Wenn man mit einer Entscheidung auf der Runde nicht einverstanden ist, dann kann sich das ganz schnell mal auf die Motivation negativ auswirken. Und sind wir mal ganz ehrlich, alle Regelauslegungen kann und muss man nicht kennen – deshalb diese Regel 20.

strittige Regelanwendung während der Runde

Es ist oberstes Ziel unangemessene Verzögerungen zu vermeiden (20.1a). Fehlt die Zeit des Referees oder der Spielleitung muss der Spieler entscheiden und weiterspielen. Man darf im Lochspiel (20.1b/2) eine Regelentscheidung verlangen und im Zählspiel (20.1c/3) zwei Bälle spielen. Beim Zählspiel würde ich dann beide Score für das Loch aufschreiben und den Namen dahinter vermerken. Ganz wichtig ist dann die Situation wieder zu neutralisieren um die weitere Runde gut abzuschließen.

Lochspiel 20.1b

Punkt 1 – Bei einem Lochspiel können die Kontrahenten einvernehmlich eine Entscheidung treffen. Dabei ist klar, auch wenn diese Entscheidung nicht dem Regelwerk entspricht, so ist die einvernehmliche Entscheidung bindend. Das gilt natürlich nicht, wenn die Spieler wussten, dass sie eine Andere Regel bewusst ignoriert haben. Wenn ein Referee dem Lochspiel zugeteilt ist, dann muss dieser entscheiden und diese Entscheidung ist bindend. Wenn sich die Spieler nicht einigen können und kein Referee zur Hand ist, dann kommt Punkt 2 zur Anwendung, der besagt, das man eine Regelentscheidung verlangen kann, bevor das Ergebnis des Spiels feststeht.

Tipp von mir: Lese Dir die Regel 20.1b Punkt 1 und 2 vor dem Lochspiel genau durch. Denn ansonsten kann es böse enden, wenn die Spieler sich nicht einig sind. Regelanwendung ist halt nicht so einfach und Golfer können nachtragende sein.

Zählspiel 20.1c

Beim Zählspiel hat man kein Recht strittige Regelanwendungen durch Übereinkunft zu entscheiden, dass ist ganz wichtig, denn oft gibt einer nach um kein „böses Blut“ entstehen zu lassen. Das geht beim Zählspiel nicht. Man muss dann eine Regelanwendung mit der Spielleitung vor der Abgabe der Scorekarte klären. Aber bitte ohne die Emotionen hochkochen lassen.

Wenn man auf der Runde sieht das eine Regel falsch angewendet wird, dann sollte man das dem Zähler und Spieler mitteilen. Das ist kein Petzen, sonder im Zählspiel auch der Schutz für das ganze Feld. Bitte macht das sofort und nicht erst im Clubhaus, bevor man die Scorekarten abgibt. Denn auch dort hätte man das Recht noch. Regelanwendung bitte immer zeitnah geltend machen.

Konsequenz wenn es nicht gemacht wird: Die Spielleitung könnte nach Regel 1.2a diesen Spieler disqualifizieren, wenn sie davon „Wind bekommt“, dass der Spirit of the Game verletzt wurde.

Spirit of the Game

Der „wahre Geist des Golfspiels“ (Spirit of the Game) Golf wird überwiegend ohne die Anwesenheit eines Schiedsrichters oder Unparteiischen gespielt. Das Spiel beruht auf dem ehrlichen Bemühen jedes einzelnen Spielers, Rücksicht auf andere Spieler zu nehmen und nach den Regeln zu spielen. Alle Spieler sollten sich diszipliniert verhalten und jederzeit Höflichkeit und Sportsgeist erkennen lassen, gleichgültig wie ehrgeizig sie sein mögen. Dies ist der „wahre Geist des Golfspiels“ (Spirit of the Game).

Wer bei einem versehentlichen Regelverstoß sagt „Es hat doch keiner gesehen“, der sollte sich diesen Absatz nochmals durchlesen. Es kommt nicht darauf an, ob andere etwas sehen, sondern es reicht aus, dass der Spieler es weiß, damit dieser sich die Strafe anrechnet.

Wer sich schon bei versehentlichen Verstößen so verhält, für den kommt ein vorsätzlicher Regelverstoß natürlich erst recht nicht in Frage. Stellen Sie sich einmal die Frage, wie viele Spieler Sie ohne Zähler 18 Löcher spielen lassen würden und ob die anderen Sie auch dazu zählen.

Quelle: Golf.de

Die sicherste Variante, bei Unsicherheit ist einfach an diesem Loch zwei Bälle zu spielen. Dann beide Scores aufschreiben und ich würde dann die Namen der Spieler dahinter vermerken. Wenn man das machen möchte, dann muss man das natürlich machen bevor man den ursprünglichen Ball weiter spielt. Und es muss allem im Flight mitgeteilt werden. Ist ja sonst sehr verwirrend wenn auf einmal ein Ball zuviel auf dem Grün ankommt. Auch sollte man einen zweiten Ball nehmen, der sich sichtbar vom eigentlichen Spielball unterscheidet. In dieser Situation entscheidet später die Spielleitung!

Entscheidungen – Regelanwendung

In der Regel 20.2 geht es um die Entscheidungen durch den Referee oder der Spielleitung. Hier könnte sogar der Videobeweis zum Tragen kommen. Aber so weit sollte man es nicht kommen lassen, oder?!

Unter bestimmten Vorraussetzungen können getroffene Regelanwendungen berichtigt werden. Was und wie ist in der 20.2d hinterlegt. Wenn es zur Disqualifikation kommt, dann zieht die Regel 20.2e.

Es soll ja Fälle geben, die nicht im Regelwerk erfasst wurden, wenn das der Fall ist, dann ist die Regel 20.3 interessant. In der steht folgendes:

Jeder Fall, der von den Regeln nicht erfasst wird, sollte von der Spielleitung entschieden werden durch

  • die Abwägung aller Umstände und
  • indem der Fall angemessen, fair und im Einklang mit ähnlichen Fällen, die von den Regeln erfasst werden, behalndelt wird.

Das war jeder vorletzte Beitrag zu den Regeln, denn jetzt folgen nur noch die Golfregeln 21-24 wo es um andere Spielformen geht und mein persönliches Fazit. In diesem Sinne wünsche ich uns allem, egal ob auf der Privatrunde oder im Loch- oder Zählspiel, denkt an den Spirit of the Game!

Dein Lefty Stephan

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